Trauerbegleitung als Aufgabe der Hospizbewegung Varel
Trauer braucht Raum um Ausdruck zu finden!
Unsere Trauerkultur hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Trauernde treffen oft auf Hilflosigkeit oder Unverständnis, wenn sie ihre Gefühle zeigen möchten oder nach geraumer Zeit immer noch über die verstorbene Person erzählen wollen. Vielleicht ist ihre emotionale Si-tuation eine gewisse Zeit verständlich und wird akzeptiert. Doch dann heißt es: Nun genug der Trauer, das Leben geht weiter! Solche oder ähnliche Sätze können von Trauernden als verlet-zend oder entwürdigend dem Verstorbenen gegenüber empfunden werden. Oft fühlen sie sich missverstanden, mit ihrer Trauer allein gelassen und isoliert. Getrieben von der Zeit finden sie keinen Raum für ihre Trauer.
Die Hospizbewegung Varel e.V. verstand die Ängste und Sorgen der Trauernden und richtete daher ihre Räumlichkeiten für die Begleitung von trauernden Menschen ein. "Uns ist es ein Anliegen, dass Trauernde in einer geschützten Atmosphäre ihren Gefühlen einen Ausdruck geben können und ihren Trauerschmerz zulassen. Denn Trauergefühle zu durchleben ist notwendig, um die Trauer annehmen zu können", so die Aussage von Petra Gröne und Jürgen Schanzenbächer (Bild), die beide speziell für die Begleitung von Trauernden Menschen ausgebildet sind. Sie verstehen ihre Aufgabe darin, gemeinsam mit den Trauernden Ressourcen zu finden, ihnen Mut zum Sprechen zu machen und mit neuen Impul-sen den Weg durch die Trauer weiter zugehen. Dabei begegnen sie den Trauernden mit Wertschätzung und Echtheit. Denn Trauerbegleitung bedeutet, Trauernden in ihrem Schmerz zur Seite zu stehen, mit-zugehen und auch nicht Gesagtes wahrzunehmen.
Mit dem Angebot einer Trauergruppe für Menschen, die einen geliebten oder nahen Angehörigen verloren haben, startet nun die Hospizbewegung Varel am Montag den 21. September ab 19:30 Uhr alle 14 Tagen. Jedes Treffen hat ein bestimmtes Motto, das an dem Tag im Mittelpunkt stehen soll. Gemeinsam mit anderen Gleichbetroffenen können Trauernden in einem geschützten Raum die schmerz-vollen Gefühle und Gedanken um den Verlust des geliebten Menschen ohne Angst vor Bewertung durchleben und dem verstorbenen Menschen einen guten Platz in ihrer Erinnerung geben, statt in "aufzugeben" oder "loszulassen". Mit verschiedenste- auch kreativen Möglichkeiten können sie lernen, den Tod als Teil des Lebens anzunehmen, um wieder zu ihrer Kraft und ihrem Lebensmut zu finden.
Ein weiteres Angebot richtet sich mit dem Gesprächskreis an die Kinder und Jugendlichen ab 4 Jahren, die sich am Dienstag den 29. September ab 16:00 Uhr alle 14 Tagen treffen. Trauernde Kinder und Jugendliche haben oftmals nicht die Möglichkeit und die Freiheit, in ihrem privaten oder auch schulischen Umfeld ihre Trauer zu leben. Andere Familienmitglieder können in ihrer eigenen Trauer gefangen sein oder sind mit der Trauer der Kinder und Jugendlichen einfach überfordert. "Kinder haben einfach keinen Platz, ihre Trauer zu erleben. Diese Lücke wollen wir schließen und möchten ihnen einen Raum schaffen, in dem Platz für ihre persönliche Trauer ist", sagt Jürgen Schanzenbächer, der bereits über zwei Jahre Kinder in Oldenburg begleitete.
Kinder trauern anders als Erwachsene. Oft springen sie in ihre Trauer hinein und im nächsten Augen-blick wieder heraus und stürzen sich in eine Aufgabe. Es ist wichtig, die Kinder und Jugendlichen dort zu erreichen, wo sie sich gerade in ihrer Trauer befinden um mit ihnen mitgehen zu können. Manche Kinder finden keine Worte für ihre Trauer und drücken das Erlebte im Malen oder im Spielen aus. Deshalb ist es erforderlich, den Kindern und Jugendlichen genügend kreative Angebote bereit zu stellen, um ihre Trauer auf individuelle Art ausdrücken zu können. Trauerbegleiter unterstützen sie in einem geschützten Rahmen und begleiten sie mit Achtsamkeit.
Nähere Informationen und Anmeldungen bei der Hospizbewegung unter der Telefonnummer 04451/804733