Die "Hospizbewegung Varel eV", geschichtlicher Abriss von der Gründung 2000 - 2010
Der Gründung unseres Vereines war vorausgegangen eine Initiative des Vareler Ärztevereines (VÄV - www.varel-aerzte.de) Ende des Jahres 2000. Aus diesem Engagement einzelner Ärzte heraus fand sich, nach einer Auftaktveranstaltung im November 2000, eine Arbeitsgruppe zusammen. Mitglieder verschiedener Berufsgruppen verstanden es in diesem Kreis, notwendige Schritte zu gehen zum "Säen des Hospizgedankens" in Varel.
Es konnten damals etliche öffentliche Veranstaltungen organisiert werden, denen dann im Laufe der Jahre, im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, regelmäßige Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen etc. folgten. Und die örtliche Presse zeigte sich dankenswerterweise von Anfang an erfreulich aufgeschlossen dem Hospizgedanken gegenüber und hat die Arbeit unseres Vereines begleitet; wie überhaupt viele Menschen und Institutionen mit reger Anteilnahme das Wachstum dieser Initiative sehr hilfreich unterstützten, u.a. dokumentiert in Form der großzügigen Geldspenden in jener frühen Phase, aber auch in den Folgejahren.
Im August 2001 dann erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister: die "Hospizbewegung Varel eV" war geboren. Wenige Wochen später startete der erste Schulungskurs für ehrenamtliche Hospizhelfer/-innen (unter der bewährten Leitung von Frau Brigitte Schiller aus Oldenburg, wie auch in den Folgejahren), die ersten 18 Teilnehmer/-innen an diesem Kurs konnten ihn erfolgreich im Mai 2002 abschließen. In den Jahren bis 2010 folgten noch vier weitere Schulungskurse: An dieser Stelle sei allen interessierten Menschen, die sich dieser Herausforderung gestellt haben, aufrichtig gedankt. Tragen sie doch, neben der Umsetzung unseres originären Vereinsanliegens, nämlich der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen auf dem letzten Weg, eine weitere wesentliche Idee unter die Menschen: Sterben und Tod aus der Tabu-Zone zu holen in unserer Gesellschaft, "Leben bis zuletzt" ins Bewusstsein aller Mitmenschen zu rücken. Um es noch einmal anders auszudrücken: Ohne den Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Sterbebegleitung wäre unser Verein undenkbar!
In den ersten Jahren war die Inanspruchnahme unseres Angebotes noch eher zögerlich . Dies hat sich mit jedem hinzukommenden Jahr erfreulich gewandelt: der Einsatz der inzwischen etwa 30 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfer unter dem Dach unseres Vereines wird zunehmend häufiger angefragt, vermittelt stets über den Kontakt zur Koordinatorin. Diese hat eine außerordentlich wichtige Funktion: Ist sie doch Anlaufstelle für alle von außen kommenden Fragen, Organisatorin der regelmäßig stattfindenden Gruppenabende und der Supervisionstermine, ferner ist sie verantwortlich für die mittlerweile bedeutsame Dokumentation des Ehrenamtlichen-Einsatzes und, nicht zuletzt, Bindeglied zum "Palliativnetz am Jadebusen" (siehe dort).
Eine wichtige Ergänzung der ambulanten Hospizarbeit ist unser Trauercafe "Mobile" und die Andacht am Nachmittag des Ewigkeitssonntages in der Auferstehungskirche darf hier ebenfalls genannt werden.
Eine weitere Säule der Arbeit unter dem Dach des Vereines war seit 2005 die Planung von "palliative care": Der" Palliativstützpunkt am Jadebusen" wurde ab 2008 vom Landessozialministerium Niedersachsen anerkannt und mit Landesmitteln gefördert, eine weitgehende Vernetzung ambulanter und stationärer Strukturen sowie unter allen relevanten Berufszweigen im Gesundheitswesen war dem Palliativarbeitskreis gelungen, bezogen auf Varel, Jade und die Friesische Wehde. Im Laufe des Jahres 2009 musste allerdings aus organisatorischen Gründen dieser Zweig des Engagements aus unserem Verein ausgegliedert werden: Das Angebot palliativmedizinischer Versorgung in unserer Region wird seitdem übernommen vom "Palliativnetz am Jadebusen". Zwischen unseren beiden Vereinen besteht aber eine sehr enge und fruchtbare Zusammenarbeit.
An der Schwelle zum Jubiläumsjahr 2011 kann unser noch junger Verein auf erfolgreiche Jahre zurückblicken - dem Engagement vieler Menschen sei gedankt, und auch folgender Aspekt bedarf der Erwähnung: Das Anliegen des Hospizgedankens in unserer Region greift langsam, aber sicher, Raum. Menschen sind zunehmend bereit, sich der Integration von Sterben und Tod, dem Gedanken der Endlichkeit des Lebens, zu öffnen: Für diese Bereitschaft sei an dieser Stelle auch gedankt!
Dr. Ernst-Berthold Ahlhorn